Formel zur Ermittlung eines maximal angemessenen Preises für

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Kart2018
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Formel zur Ermittlung eines maximal angemessenen Preises für

Beitrag von Kart2018 »

...ganz einfach:


für Käufer:
1. Nur mit Rechnungen kann man plausibel nachweisen, dass zumindest die Teile für die angebliche Revision gekauft wurden, da die Teile sicherlich für die meisten Kartfahrer nicht umsonst zu beziehen sind. Z.B. kann damit auch die angebliche Fahrzeit geschätzt "geprüft" werden (Rechnung ist 2 Jahre alte, angeblich aber nur 2h seit letzter Revision; kann sein, würde ich aber nicht als preiserhöhend betrachten und im übrigen auch nicht glauben.) Ferner nimmt ja nicht den ganzen Motor auseinander. Bei zeitnaher Rechnung über (Pleuel)lager gehe ich davon aus, dass viel dafür spricht, dass es gemacht wurde. Ist natürlich aber auch keine 100% Sicherheit. Ferne kann man sich anschauen, welche Lager angeblich verbaut wurden (Hersteller).


2. Nur mit Rechnungen kann man etwaige Gewährleistungsansprüche z.B. beim Verkäufer der Teile (= Verkäufer des Verkäufers) geltend machen, wenn man sich diese abtreten lässt. Die sind nämlich entgegen landläufiger Meinung nicht generell ausgeschlossen.


3. Nur mit Rechnungen kann man etwaige Garantieansprüche gegen den Hersteller geltend machen.



für Verkäufer:
vgl. 1 bis 3 und:
Je nach Vermögensstand kann man bei steuerlichen Betriebsprüfungen nachweisen, was man (zum Teil) mit seinem privaten (!) Geld gemacht hat. Dies gilt es nämlich auch manchmal darzulegen. Klingt komisch, ist aber so.


Daher ist es für mich absolut nicht nachvollziehbar (da zumindest Punkt 1 doch jedem Verkäufer ins Auge springen muss), wenn keine Rechnungen aufbewahrt werden. Sicherlich gibt es auch hier Ausnahmen und manche möchten es halt nicht. Dann darf nachher aber keiner darüber meckern, wenn der Käufer nicht noch Geld für die angeblichen Revisionen auf seinen Preisvorschlag drauflegt, weil er (ohne den Motor intensiv zu inspizieren) außer dem Wort des Verkäufers keine Anhaltspunkte für die Richtigkeit seiner Angaben hat.
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Atom1kk
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Beitrag von Atom1kk »

ich bewahre nur die rchnungen von den revisionen auf, der rest geht in den müll, was soll ich mit einer rechnug über bremsklötze reifen etc...
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Deki#91
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Beitrag von Deki#91 »

In diesem Zusammenhang sind Rechnungen über Motorenteile und Arbeiten (falls es der Verkäufer nicht selbst erledigt hat) vom Vorteil. Bevor man eine Rechnung entsorgt muss man sich klar sein das man sich dadurch eventuell einen Nachteil (beim Verkauf) verschafft, aber jede Kleinrechnung hebt man sich auch nicht auf das ist klar.

Ob jetzt eine Rechnung beim Verkäufer vorhanden ist... da muss man natürlich unterscheiden und abschätzen ob der Verkäufer ein Blindgänger ist der keine Ahnung hat aber alles aufschraubt für was er annähernd den passenden Schlüssel findet oder mit der Kombizange dazu kommt, oder ob er ein Freak ist der Ahnung hat und sein Leben dem Kartsport gewidmet hat.

Für den ersten gibt es einen fetten Abzug in meiner Berechnungsgrundlage, für den letzteren einen fetten Zuschlag. Dazwischen habe ich noch Privat ordentlich mit Rechnung, ohne Rechnung, als auch Privat unordentlich (=der hat nie eine Rechnung), Händler und Rennteam. Entsprechend wird hier ab- oder aufsummiert.

Aber ich würde vorschlagen wir lassen es hier sein, das ganze führt zu keinem brauchbaren Ergebnis wie es Themenstarter erhofft hat...
NoseT
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Beitrag von NoseT »

Ich hab hier mal eine andere Frage. Was würdet ihr denn für einen komplett neuen Motor zahlen? Wenn dieser von Privat verkauft wird? Szenario: Motor gekauft --> Saison abgesagt --> Motor steht nun in OVP und nie ausgepackt zum Verkauf.
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Deki#91
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Beitrag von Deki#91 »

-5% bis 10% zum Neupreis ? Hier zählt der gute Gedanke dass man jemanden hilft, wobei der gesunde Gedankengang eher zum Neukauf vom Händler tendiert !

Was zahlt man aber wenn der Kollege einen Unfall hatte und der OVP Motor erst nach 3 Jahren zum Verkauf gelangt ?

Das sind alles extreme Szenarien und nicht die Regel...
Munez
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Formel zur Ermittlung eines maximal angemessenen Preises für

Beitrag von Munez »

Naja, ich weiß ja, wem ich meinen Motor an die Hand geben.
Von daher weiß ich auch, was ich da zu erwarten habe.

Wie gesagt, wir befinden uns hier im Kartsport. Da ticken die Uhren ein bisschen anders.
Aber von mir aus, kannst du ruhig immer auf deine Rechnung bestehen.
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Kart2018
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Beitrag von Kart2018 »

...zunächst einmal vielen Dank für die zahlreichen Anregungen.

Naja, eigentlich sind die Szenarien ganz einfach aufzulösen.

Wenn ich mein neues Auto wegen Unfalls nicht bewegen konnte ist dies einfach wurscht, weil es nicht mehr neu ist und ich deswegen einen Wertverlust habe (Du fährst vom Hof und laut Schwacke schon 4000 € weniger....).
Warum nur 10 % weniger ? Bei etwaigen Vorsteuerabzug hat der Verkäufer ohnehin 19 (bzw jetzt 16) Prozent weniger gezahlt.

Warum soll etwas annähernd gleich viel Wert bleiben nur weil es unbenutzt ist ???
Aber es ging auch nie um die Extrembeispiele. Dafür muss jeder immer eine individuelle Bewertung vornehmen.

Es ging hier lediglich um eine Kaufhilfe für den Laien bei durchschnittlichen Motoren und "hobbymässigen" Erwartungen. D.h. nach meinem Verständnis mindestens 3 Jahre alt.
Das Gros der verkauften Kartteile dürfte im Median Durchschnitt nach meinem (nicht empirischen) subjektiven Empfinden - insbesondere auf Ebay Kleinanzeigen - jenseits der 5 Jahre alt sein (und damit meine ich nicht das Ende der Chassishomologation wie manche Verkäufer einem einzureden versuchen :) ). Teilweise sogar deutlich älter.


Dafür passt die "Formel" aber aus meiner Sicht im Grunde schon etwas...
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Deki#91
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Beitrag von Deki#91 »

Ich sehe es so dass der Laufzeit-Wertverlust weniger ins Gewicht fällt als der Abnützungs-Wertverlust.

EDIT: Es stellt sich mehr die Frage was ist die mögliche Laufzeit von einem Rotax Motor, 10 Jahre und 250h ? Es ist klar dass der Motor danach noch läuft und läuft aber danach haben wir halt nur einen Zombie Motor sofern er nur vorgeschriebene Revisionsarbeiten erhalten hat . Das kann ein einzelner schwer beantworten, eine Gruppe (Forum) eher um hier einen brauchbaren Wert zu finden.
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Deki#91
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Beitrag von Deki#91 »

Hier mal ein Beispiel auf 10 Jahre und 250h Lebensdauer.

Hier die Abschreibung linear berechnet, besser ist das degressiv auszulegen und ab dem 3 Jahr abzuflachen.

1 Jahre 77,33 EUR
2 Jahre 154,67 EUR
3 Jahre 232,00 EUR
4 Jahre 309,33 EUR
5 Jahre 386,67 EUR
6 Jahre 464,00 EUR
7 Jahre 541,33 EUR
8 Jahre 618,67 EUR
9 Jahre 696,00 EUR
10 Jahre 773,33 EUR


25 Stunden 116,00 EUR
50 Stunden 232,00 EUR
75 Stunden 348,00 EUR
100 Stunden 464,00 EUR
125 Stunden 580,00 EUR
150 Stunden 696,00 EUR
175 Stunden 812,00 EUR
200 Stunden 928,00 EUR
225 Stunden 1044,00 EUR
250 Stunden 1160,00 EUR


Beispiel:

Motor 3 Jahre und 150h:

2900,00 EUR
-232,00 EUR 3 Jahre
-696,00 EUR 150h
---------
ca. 2000 EUR Verhandlungsbasis +/- weiterer Faktoren
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Kart2018
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Beitrag von Kart2018 »

...aber genau das ist der Punkt. Die 2000 € können für einen Laienkäufer kein guter Preis sein, da der das Risiko einer alsbaldigen Revision mit einkalkulieren muss und dann mit den Gesamtkosten ca. beim Neupreis wäre (abgesehen vom Gewährleistungsvorteil, neueste Updates, fabrikfrisch, etc.).

Nach Formel wären wir dann bei 1130. Dafür könnte man noch bedenkenlos kaufen, da selbst nach Revision dann Gesamtkosten sich erst von ca. 2000 € einstellen würden. Dann wäre der Motor aber sicher gemacht.
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