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Lewis

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1

Montag, 16. Mai 2022, 12:52

Anfängertipps gesucht, um schnellere Rundenzeiten zu erzielen

Hi,

ich habe mich hier angemeldet, weil ich hoffe, von euch ein paar Tipps zu bekommen, um schnellere Rundenzeiten fahren zu können.

Ich bin 39 Jahre alt und hatte schon immer Spaß am Kartfahren. Aus verschiedenen Gründen habe ich es nur sehr unregelmäßig gemacht (teils nur 1x in 3 Jahren). Zufällig bin ich letztens mit meiner Frau an einer Kartbahn vorbei gekommen und wir sind dort eine halbe Stunde gefahren. Seit dem waren wir jede Woche mindestens eine halbe Stunde Kartfahren und haben jetzt langsam das Gefühl, dass wir nur noch sehr kleine Verbesserungen erzielen (unsere Rundenzeiten werden nur noch im Hundertstelbereich besser).

Wir waren auf Kartbahnen, bei denen man bestimmte Rundenzeiten fahren muss, um schnellere Karts fahren zu dürfen. Das schaffen wir auch beide (zwar nicht auf Anhieb, aber nach ein paar Mal fahren ging es). Wir waren auch schneller als die anderen Leute, die mit Leihkarts unterwegs waren. Aber wir sind auch meilenweit von den absoluten Bestzeiten weg. Umgerechnet auf 1 Minute fehlen mir fast 3, meiner Frau etwas mehr als 3 Sekunden. Ich sehe bei ihr deutlich mehr Verbesserungspotential als bei mir, weil sie 35 kg leichter ist als ich. Eigentlich müsste sie schneller fahren (können).
Leider war beim öffentlichen Fahren bisher niemand dabei, der schneller war als wir, sonst hätten wir uns da mal Tipps holen können. Es liegt aber auch daran, dass immer sehr wenig los war (wir fahren meist unter der Woche nachmittags oder abends). Wir haben auch auf Kartbahnen nach Trainern gefragt. Bisher leider ohne Erfolg.

Ich möchte von euch nun gerne wissen, wie wir es anstellen, dass wir schneller werden.

Unsere Ansätze:
1. Wir möchten nun regelmäßig (mindestens alle 14 Tage) mindestens 30 Minuten fahren. Also üben, üben, üben.

2. Wir fahren (trotz Quali für die Karts mit mehr Leistung) nach wie vor die kleinen Karts, weil wir durch Technik und nicht durch Motorleistung schneller werden möchten.

3. Wir haben uns bezüglich Ideallinie und Kurven abgesprochen, weil wir (auf für uns neuen Bahnen) festgestellt haben, dass mal meine Frau, mal ich Kurven dabei hatten, bei denen wir gelupft haben, während der Partner Vollgas fahren konnte. Das lag immer an der jeweiligen Linie. Wir fahren jetzt alles Vollgas (außer der ganz engen 180° Haarnadelkurven). Natürlich hängt der Punkt von der Kartbahn ab, aber bei uns bin ich sicher, dass es keine Stelle mehr auf der Bahn gibt, bei der wir bremsen, obwohl wir es nicht müssten. Wir lassen nie rollen. Entweder geben wir Vollgas oder wir bremsen.

4. Wir versuchen immer, Quersteher, Korrekturen oder gar Bremsen am Kurvenausgang zu vermeiden, weil es sehr viel Geschwindigkeit frisst.
In schnellen Kurven versuchen wir, das Kart ruhig zu halten. Also kein Quietschen oder Rutschen.

5. Wenn wir Ideen haben, wie es schneller geht, testen wir eine Idee nach der anderen. Wir würden also nicht 2 oder 3 Dinge von einer auf die andere Runde ändern.

Wir haben uns nun gefragt, woran es liegt, dass wir im Sekundenbereich langsamer sind, als die besten Fahrer.
Natürlich spielt da bei mir das Gewicht rein und (bei uns beiden) die Erfahrung. Es ist ja klar, dass wir nicht mal eben 20 Runde fahren und dann den Bahnrekord aufstellen werden. Wir möchten aber gerne (viel) näher in diesen Zeitbereich.

Als mögliche Zeitfresser haben wir diese Punkte identifiziert:

1. Pedalstellungen
Wir sind beide sicher, dass wir (wenn wir Gas geben) direkt Vollgas geben und wenn wir bremsen, auch voll bremsen. Wir bremsen also immer so hart es geht, ohne dass die Hinterachse blockiert. Da muss man sich natürlich rantasten und es klappt auch nicht an jedem Bremspunkt perfekt, aber wir sind nicht die vorsichtigen Fahrer, die meterlang mit schleifender Bremse verlangsamen.

2. Brems-/Beschleunigungspunkte
Wir sind uns beide unsicher, wo man bremsen soll, um auf die schnellste Rundenzeit zu kommen. Wenn es um Rundenzeiten geht, fahren wir Haarnadeln ganz außen an, sind am Scheitelpunkt ganz innen und am Ausgang wieder außen. Wir versuchen also, den maximal möglichen Radius zu fahren. Im Rennen geht das ggf. nicht, wenn man innen alles frei lässt. Das ist aber ein anderes Thema.
Jetzt ist die Frage wo man bremsen soll bzw. wo man am langsamsten sein soll. Am Scheitelpunkt oder am Kurveneingang? Wir haben festgestellt, dass die Karts ziemlich schlecht beschleunigen, wenn man aus dem Stand/mit geringer Geschwindigkeit anfährt oder wenn man quersteht. Man hat beim Wechsel von Bremse auf Gas so eine Art "Gedenkmoment", in dem (fast) nichts passiert. Wir haben deshalb schon auf der Gerade (vor dem Einlenken) gebremst und sind dann (möglichst zeitgleich) von der Bremse aufs Gas und haben eingelenkt. Wir sind also mit Vollgas in die Kurve rein. Das Kart beschleunigt anfangs kaum, in Idealfall setzt die Beschleunigung am Scheitelpunkt ein.
Mit dieser Methode haben wir auf Startziel deutlich höhere Geschwindigkeiten erzielt (man bekommt die Geschwindigkeiten an einer Messstelle angezeigt/später ausgedruckt).
Das Ziel war also, schnell(er) aus Kurven raus zu kommen, schneller auf der Geraden zu sein und Zeit zu sparen.
Nachteile:
- wir bremsen auf der Geraden früh und sind nicht so lange schnell.
- man muss die Kurven sehr sauber fahren und nicht zu viel wollen. Wenn man am Kurvenausgang zu schnell ist und vom Gas (oder gar bremsen) muss, ist die höhere Ausgangsgeschwindigkeit weg.

2. Lenken/Gewichtsverteilung
Speziell mit kalten Reifen kann man in langen Kurven mit konstantem Lenkeinschlag gut feststellen, wo die Haftungsgrenze liegt und wann das Kart anfängt, zu schmieren. Ich meine, dass das Kart besser durch Kurven fährt, wenn ich mich in Vollgaskurven nach hinten und außen lehne.
Beim Bremsen versuche ich immer, möglichst viel Gewicht auf der Hinterachse zu haben.
Außer beim Anbremsen auf Haarnadelkurven und den langen Kurven verlagern wir kein Gewicht.

3. Zu viel Wegstrecke
In Kurven (außen-innen-außen) nutzen wir die Strecke voll aus. Das führt aber (in Rechtskurven) dazu, dass man am Kurvenausgang ganz links ist. Wenn die nächste Kurve dann recht schnell kommt und hart links ist, fahren wir einige Meter zusätzlich, um am Kurveneingang wieder außen zu sein. Wir sind uns unsicher, ob wir durch die gefahrenen Meter mehr Zeit verlieren, als wir durch die höhere Geschwindigkeit verlieren.



Ich weiß, dass das alles recht viel Text ist und dass man das nur schwierig theoretisch besprechen kann. Trotzdem hoffe ich, dass ihr euch rege beteiligt und mir Tipps gebt, wie wir unsere Rundenzeiten verbessern können.

Kart2018

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2

Montag, 16. Mai 2022, 13:56

...bin mal auf die Kommentare gespannt um auch noch was zu lernen.
Was ich bisher rausgefunden habe: Zu schnelles Vollgas macht das Kart aber langsamer, da dann der Vergaser eine zu niedrige Flussgeschwindigkeit (aufgrund der großen Schieberöffnung) hat.
...bitte keine Privatnachrichten. Fragen bitte im Forum stellen, so haben wir alle was davon...

Alex3103

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3

Montag, 16. Mai 2022, 14:08

Erstmal scheint es hier offensichtlich um Leihkarts zu gehen. Diese sind üblicherweise 4-Takter ;)

In diesem Forum liegt das Augenmerk klar auf Rennkarts bzw. Eigene Karts.

Um euch zu helfen bräuchte man vermutlich mal onboards oder noch besser einen Live Eindruck an der strecke...Auch gibt es dafür einige Experten im Leihkartbereich (z.B Dominik Arntz).
Mit der Theorie habt ihr euch ja schon ausgiebig beschäftigt und es anscheinend auch richtig verstanden.

Oft hilft da wirklich nur üben üben üben...
Am besten aber wirklich mit schnelleren Fahrern. Da könnt ihr viel mehr abgucken. Dazu könnt ihr auch an Rennen teilnehmen. Die gibt es überall und machen vermutlich Sinn für euch.

Noch eine Sache zu den Rundenzeiten: Streckenrekorde stammen meist aus Rennen oder wurden an bestimmten Tagen gefahren. Diese Zeiten gehen nicht immer ! Je nach Strecke können da auch mal einige Zehntel oder mehr an den Bedingungen liegen.

Wo kommt ihr denn her und was wiegst du wenn ich fragen darf ? Du schreibst 35kg mehr als deine Frau. Das macht ne Menge aus und wenn du mit deutlich mehr als die üblichen 80/85 kg (Mindestgewicht in Rennen) fährst, liegt da schon viel Zeit auf der Strecke :)
Racing is a lifestyle !

Lewis

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4

Montag, 16. Mai 2022, 14:21

In diesem Forum liegt das Augenmerk klar auf Rennkarts bzw. Eigene Karts.

Das hab ich bei der Recherche auch festgestellt. Die Theorie müsste aber ähnlich sein.

Am besten aber wirklich mit schnelleren Fahrern. Da könnt ihr viel mehr abgucken. Dazu könnt ihr auch an Rennen teilnehmen. Die gibt es überall und machen vermutlich Sinn für euch.

Das denke ich auch, bisher hatten wir aber leider nie die Gelegenheit dazu.


Noch eine Sache zu den Rundenzeiten: Streckenrekorde stammen meist aus Rennen oder wurden an bestimmten Tagen gefahren. Diese Zeiten gehen nicht immer ! Je nach Strecke können da auch mal einige Zehntel oder mehr an den Bedingungen liegen.
Zehntel wären auch völlig ok. Wir sind leider rund 5% langsamer.

Wo kommt ihr denn her und was wiegst du wenn ich fragen darf ? Du schreibst 35kg mehr als deine Frau. Das macht ne Menge aus und wenn du mit deutlich mehr als die üblichen 80/85 kg (Mindestgewicht in Rennen) fährst, liegt da schon viel Zeit auf der Strecke :)

Wir kommen aus Düsseldorf. Die Bahn in Hilden hat leider aktuell zu. Wir waren am Nürburgring, in Dortmund und Wuppertal fahren.
Sie wiegt 56 Kg, ich 92 kg. Bisher musste sie kein Zusatzgewicht fahren. In der Theorie müsste meine Frau schneller sein als ich.

Müschel

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5

Montag, 16. Mai 2022, 14:56

Oins zählt für Leih wie Rennkart , alles was rutscht oder blockiert macht langsamer

Alex3103

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6

Montag, 16. Mai 2022, 14:57

Das ist ja nicht so weit weg...
Komme aus dem Raum Köln/Bonn und war bis vor ca 3 Jahren viel Leihkart fahren.

Mit 92kg hast du vllt nicht das ideale Kartgewicht aber es ist auch nicht dramatisch.
Als Anhaltspunkt: auf der großen Anlage in Eupen wurde der Zeitverlust durch Zusatzgewichte mal professionell getestet. Dort machen 10kg etwa 0.3 Sekunden bei einer Bahnlänge von 56 Sekunden aus. Das variiert von strecke zu strecke, gibt aber nen grobes Gefühl ;)

Hattet ihr mal ne Kamera dabei ? Die onboard würde helfen. Ansonsten wäre ein live Coaching hilfreich für euch.
Es kann auch helfen sich onboards von guten Leihkartfahrern anzugucken. Dort gibt es inzwischen auch Tutorials für so einige Punkte...
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Adrian1992

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7

Montag, 16. Mai 2022, 14:58

Vielleicht hilft das nicht so sehr auf der Suche nach der Bestzeit, aber bei der Konstanz ist nach meiner Erfahrung Kondition essenziell. Ich denke, wenn man länger konstant unterwegs ist, erkennt man vielleicht eher, wo noch ein bisschen herauszuholen wäre.

Lewis

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8

Montag, 16. Mai 2022, 15:24

Oins zählt für Leih wie Rennkart , alles was rutscht oder blockiert macht langsamer
Was ist "Oins"?

Wir haben es nicht gefilmt.

Ich habe bis hier mitgenommen: wir werden mal fragen, ob die Rennen haben und hoffen, dass da richtig gute Fahrer dabei sind.
Dann versuchen, "dranzubleiben" und nach dem Rennen nach Tipps fragen.

Wenn ihr gute Tutorials kennt, dann bitte her damit.

Kennt ihr eine Bahn in NRW, bei der man ein Coaching erhält?
Ich habe online was gefunden. Darf man das hier posten?

Mit der Kondition habe ich keine Probleme. Ich fahre recht konstant (wenn ich keinen Fehler drin habe). Man sieht ja nach jeder Runde seine Zeit.
Bei meiner Frau gibts etwas Probleme, weil sie (wegen des großen Sitzes) nach ca. 20 bis 25 Minuten Schmerzen bekommt. Wir möchten da gerne einen Schaumstoffeinsatz für den Sitz anfertigen lassen, damit sie mehr Seitenhalt hat.

Kart2018

gepr.Mitglied

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9

Montag, 16. Mai 2022, 16:25

.....den Einsatz (Sitzeinlage) kannst Du in schwarz bestellen, da brauchst Du nix basteln.
...bitte keine Privatnachrichten. Fragen bitte im Forum stellen, so haben wir alle was davon...

Baschtler

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10

Montag, 16. Mai 2022, 16:30

Hi,
Klingt schon mal gut wie ihr an die Sache ran geht.
Auf YouTube gibt es z.B. Videos von dem netten Herrn hier, der erklärt es ganz gut
https://youtu.be/60rnPe9Cq6c
https://youtu.be/t9QK3U5UlUo
Viele Effekte aber bereits von dir beschrieben

Ansonsten fahren, probieren, fahren, probieren, fahren, probieren,... und ganz wichtig Spaß haben :)
Viele Grüße
Thorsten
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Lieber den Sound einer klassischen Ducati
als einer topaktuellen Stihl ;-)