Sie sind nicht angemeldet.

Kart2018

gepr.Mitglied

  • »Kart2018« ist männlich
  • »Kart2018« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 25. Dezember 2018

Herkunftsland: Deutschland

Danksagungen: 144

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 2. Januar 2022, 21:36

Tuning bzw. alternativer Rotax Max Ansauggeräuschdämpfer ASG Tuningluftfilter

Hallo,


leider ist das Thema Tuning sehr verwaist, so dass ich mal was zum Thema Modifikationen am ASG Rotax Max schreiben möchte; es gibt es ja viele unterschiedliche Meinungen. Habe daher lange überlegt, ob ich in dem Thread


https://www.kartfahrer-forum.de/board/index.php?page=Thread&threadID=11896&highlight=Tuning+Rotax



weiterschreiben soll, aber da ich vor kurzem gebeten wurde einen eigenen Thread zum Thema ASG aufzumachen, fasse ich als Hobbyfahrer meinen (vermeintlichen) bisherigen Kenntnisstand zum Thema Luftfilter am 2T einmal wie folgt zusammen:


2T ist Resonanzmotor, dh die ganzen 4T Tuningpilzluftfilter sind wegen der schwingenden Gassäule keine gute Idee.


Ebensowenig wird eine "Leistungssteigerung" alleine durch Montage eines anderen ASG (dh ohne Vergaserabstimmung) funktionieren, sofern durch verschiedene Ansauggeräuschdämpfer ohnehin "mehr" Luft zum Vergaser transportiert werden könnte, da die Ansauggeschwindigkeit so hoch ist, dass der Zylinder sich über den Vergaser ohnehin so viel Luft holen soll, wie er braucht.


Die Ausgangssituation scheint daher wenig erfolgversprechend.


Umgekehrt gibt es beim Rotax Stimmen die sich teilweise eine Leistungssteigerung vom DD2 Filter versprechen (zB Aussage eines Rennteams, auch wenn hier im Forum teilweise gegenteilige Meinungen vertreten wurden). Außerhalb des Rotax Bereichs bei 2T Karts versprechen sich zB so manche Schaltkartfahrer von größeren bzw. leicht kleineren ASG je nach Bahnen Leistungsvorteile.


Nicht umsonst wird von KG zB ein Monsterluftfilter angeboten.


Richtig messen wird man das im Grunde ohne Leistungsprüfstand nicht können (habe ich leider nicht) und auf der Bahn anwenden wird man es nur als konstanter Fahrer können (bin ich auch nicht).


Daher verspreche ich mir hier Anregungen zu holen und etwaig auch geben zu können. Von daher werde ich die Sache mit dem Tuningansauggeräuschdämpfer so angehen, dass ich mich an der Form des Originalfilters orientiere.


Zuvor konnte ich mit dem eckigen (alten) RotaxASG insofern Erfahrungen sammeln, als ich bei diesem innen oben und unten teilweise die Gummiansaugwege zurückgeschnitten habe, wobei das Kart kaum lauter wurde aber nach meinem "Popometer" besser ging. Da das Geräusch so unmerklich anders klang, gehe ich (subjektiv) auch nicht davon aus, dass ein anderes Motorengeräusch mir einen Tuningerfolg vorgaukelt (ähnlich beim 4T Auto/Mototrrad Tuning, lauteres Geräusch ist für viele gleichbedeutend mit scheinbarer Mehrleistung).
Den unteren Schnorchel ganz weglassen statt nur innen kürzen, ist jedoch (auch in den Apriliaforen) nicht zu empfehlen. Die "Schnorchel" und der Anschluss an den Vergaser sind im Grunde Teile des Ansauggeräuschdämpfers.


Daher wollte ich mich der Angelegenheit so nähern, dass ich erstmal den eckigen Rotax inkl. Vergaseranschlusstutzen und den Schnorcheln im unteren Teil ausgelitert habe.
Der RotaxASG hat im Luftansaugunterteil 1,3 Liter Volumen und im Oberteil (Anschluss an Vergaser) 2,510 Liter. Insgesamt somit 3,81 Liter.


Als erstes Testobjekt habe ich mich für den Freeline mit 30mm entschieden. (weil 23mm zu sehr "Schaltkartlike" war bzw. nicht zum Rotax Vergaser wegen der Größe passt; wenn ich einen 30er Vergaser fahren würde, dann hätte ich einen 23mm ASG getestet).
Den Freeline werde ich "falsch" herum montieren. Dh nicht nur den Luftansaugstutzen nach hinten (wie beim Regenrennen) sondern auch so umdrehen, dass er wie beim Rotax von unten ansaugt.
Damit sieht der Freeline somit ähnlich aus wie der Rotax ASG.


Der Freeline hat im Luftansaug(unter)teil 1,9 Liter Volumen und im Oberteil (Anschluss an Vergaser) 2,36 Liter. Insgesamt somit 4,26 Liter und damit 0,45 Liter mehr als der Rotax ASG.


Mehr Volumen wird im allgemeinen als positiv gesehen, wobei ich nicht weiss, ob es etwas ausmacht, wenn im Bereich vor dem Vergaser statt 2,51 L nur 2,36 L durch den Freeline zur Verfügung stehen. Auch ist zu berücksichtigen, dass im Anschlussteil an den Vergaser im Freeline (im Gegensatz zum Rotax ASG) eine Dämmeinlage verbaut ist, die das Volumen im Grunde nochmals etwas verkleinert.


Eine erste Ausfahrt in den nächsten Monaten (voraussichtlich März/April) wird dann zeigen, ob zumindest keine Leistungseinbußen da sind. Bedüsen werde ich dann max. 3-5 Nummern größer als normal und dann nach unten herantasten. Denke ich werde vielleicht auch mit 125 beim XS Vergaser anfangen.

Ragnar

gepr.Mitglied

  • »Ragnar« ist männlich

Registrierungsdatum: 25. August 2021

Beruf: Jack of all trades

Hobbys: Motorsport & Kunsthandwerk

Herkunftsland: Deutschland

Motor: Iame X30

Chassis: Kosmic Mercury

Danksagungen: 17

  • Nachricht senden

2

Montag, 3. Januar 2022, 01:39

Ok

Ich könnte hier auch ein halbes Buch über dieses Thema schreiben. Aber als erstes stellt sich mir die Frage nach dem von dir gewünschten Ziel dieser ganzen zeitaufreibenden Aktion.

Wenn dein Ziel, die reine Leistungssteigerung des Motors ist, dann sollte dir auch bewußt sein, das eine solche immer auf die Kosten der Haltbarkeit geht.

Dies wiederum steht aber auch im Gegensatz zum Hauptargument eines Hobby-Rotax Max Fahrers sich für diesen Motor aufgrund seiner langen Wartungsintervalle entschieden zu haben.
To finish first, you have to finish first.

Kart2018

gepr.Mitglied

  • »Kart2018« ist männlich
  • »Kart2018« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 25. Dezember 2018

Herkunftsland: Deutschland

Danksagungen: 144

  • Nachricht senden

3

Montag, 3. Januar 2022, 09:31

...danke für die Anmerkungen, hier ist genug Platz für das "Buch"....
Selbstverständlich geht jede Leistungssteigerung auf Kosten der Haltbarkeit. Dieses allgemeine Dogma sollte jedoch keine übermäßige Angst verbreiten.

Wie viel weniger haltbar das Ding nachher sein wird, wird man erst mit Notwendigkeit der ersten Revision merken. Da sich bei diesem Thema aber der (derzeit nicht montierte) 154 Polini Zylinder - dank höherer Ölmenge - auch nicht übermäßig auswirkte (und 50h lief) ist (noch) keine Zeit für Panik.

Ich schätze (unqualifiziert) die Mehrleistung auf keine 5 % und entsprechend wird der Mehrverschleiß sicherlich unter 10 % bleiben. Dh keine 5 Stunden werden es weniger werden, aber das sieht man am Ende. Kalkuliert man die (20% ?) Reservetoleranz in den Bauteilen (wie häufig im Automobil- und Motorradbereich anzutreffen), so wird eine etwaige Mehrleistung sich voraussichtlich überhaupt nicht merklich auf die Haltbarkeit auswirken. Aber all dies ist jetzt rein spekulativ und wird man erst am Ende sehen.

Das Ziel ist einfach: Gibt es Möglichkeiten den Rotax mit alternativen Ansauggeräuschdämpfer ähnlich komplikationslos zu fahren und wenn ja, stellen sich dabei bei bestimmten ASGs noch Leistungssteigerungen ein ? Ob das dann im Erfolgsfall für einen Anwender (wirtschaftlich) Sinn macht muss jeder selbst entscheiden. Sofern man sich aber nicht innerhalb eines Reglements bewegen muss, ist das "Tuning" bzw. die Motoränderung sicherlich spannend.

Ragnar

gepr.Mitglied

  • »Ragnar« ist männlich

Registrierungsdatum: 25. August 2021

Beruf: Jack of all trades

Hobbys: Motorsport & Kunsthandwerk

Herkunftsland: Deutschland

Motor: Iame X30

Chassis: Kosmic Mercury

Danksagungen: 17

  • Nachricht senden

4

Montag, 3. Januar 2022, 10:06

Ok, dann mal zum Grundprinzip.

Die Größe der Düsen im Vergaser hat was damit zu tun, wieviel Widerstand dem Vergaser beim Ansaugen der Luft entgegengestellt wird. Bei einem langen Ansaugsystem ist das wesentlich mehr als bei einem kurzen "Pilz". Deshalb ist im Vergaser mehr Unterdruck und die Düsen müssen anders dimensioniert werden.

Die Sache mit dem AGD ist etwas kompliziert. Da gibt es zwei verschiedene Effekte:


1. Durch den Einbau von Kammern und Röhren wird ein Sytem zum Dämpfen von Schwingungen aufgebaut. Das entspricht in der Elektrotechnik dem Bedämpfen von Schwingungen mittels Kondensatoren, Spulen und Widerständen. Ziel ist es, die stoßweise auftretenden Druckwellen aus dem Vergaser in einen möglichst gleichmäßigen Luftstrom abzuschwächen. Der macht nämlich weniger Lärm.



2. Die Kammer vorm Vergaser bewirkt in einem bestimmten Frequenzbereich (Drehzahlbereich) eine Resonanz, die die Füllung des Kurbelgehäuses (und damit auch des Brennraums) mit Benzin-Luftgemisch fördert. Also lässt sich damit die Leistungskurve des Motors beeinflussen.

Im Detail bedeutet das folgendes:
Durch die auf-und abbewegung des Kolbens im Zylinder und das Wirkprinzip eines Zweitakters, in einer Kurbelwellenumdrehung anzusaugen, zu verdichten, zu zünden und ins Abgassystem den Restmüll abzulassen, passiert es, dass ein Teil des Benzin-Luftgemisches bei der Aufwärtsbewegung des Kolbens wieder rückwärts aus dem Vergaser rausgedrückt wird. Zu beobachten ist das gut an den Ölteilen, die sich in der schwarzen muffe befinden und auch darin, dass regelmäßig bei abgezogener ansaugmuffe ein Sprühnebel aus dem Vergaser schießt. Das ist doof und ungewollt, jedoch nicht änderbar. Zumindest nicht immer.
Eben jenes wieder rausgedrückte Gemisch wird im folgenden Arbeitstakt bei öffnung des Einlasskanals von der nachdrückenden luft wieder in den Zylinder gedrückt (reflektiert). Das ist in einem bestimmten Drehzahlbereich nervig, weil eben jenes Gemisch zweifach angefettet wird, nämlich jedes mal, wenn es wieder durch den Vergaser durch muß und wieder Gemisch zugeführt wird. Bei steigender Drehzahl gibt es dann jedoch einen Bereich, in welchem die Kolbengeschwindigkeit und der Druck der angesaugten Luft so hoch ist, dass das schon angefettete Gemisch nicht mehr hinten aus dem Vergaser schießt. Hier beginnt dann der schöne Teil der Geschichte, denn so wie eigentlich geplant kommt bei jedem Arbeitstakt frisches unverbrauchtes Gemisch in den Zylinder. Voila.... da ist sie, die Leistung.
Leider ist es bei einem schlitzgesteuerten Motor nicht möglich, diesen Resonanzeffekt über den gesamten Drehzahlbereich zu halten, da dazu das Ansaugsystem komplett dynamisch sein müsste. Eine einfache Variante, diesem Phänomen entgegenzuwirken ist deshalb die Nutzung einer Membran vor dem Einlass, sodass Gemnisch nur rein, aber nicht wieder raus kann. Eine Membran hat dann aber leider wieder andere Nachteile wie die Trägheit der Plättchen und das unkontrollierte flattern bei sehr hohen Drehzahlen.

Ich hoffe, das ich das Grundprinzip des AGD so ein wenig näher bringen konnte. ;)
To finish first, you have to finish first.

Kart2018

gepr.Mitglied

  • »Kart2018« ist männlich
  • »Kart2018« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 25. Dezember 2018

Herkunftsland: Deutschland

Danksagungen: 144

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 4. Januar 2022, 17:57

...gibt es vielleicht auch Erfahrungsberichte von Personen die andere Ansauggeräuschdämpfer am Rotax schon getestet haben ? Hat schon mal jemand den Freeline innen gekürzt, etc. ?

januschi68789

gepr.Mitglied

  • »januschi68789« ist männlich

Registrierungsdatum: 13. Oktober 2021

Hobbys: kartfahren

Danksagungen: 6

  • Nachricht senden

6

Dienstag, 4. Januar 2022, 18:49

Lass den Standard ASG drauf, der läuft am besten damit, DD2 ASG könntest noch probieren, aber der Rest bringt einfach nichts!

Statt verbessern wird es eher schlechter :D

Ragnar

gepr.Mitglied

  • »Ragnar« ist männlich

Registrierungsdatum: 25. August 2021

Beruf: Jack of all trades

Hobbys: Motorsport & Kunsthandwerk

Herkunftsland: Deutschland

Motor: Iame X30

Chassis: Kosmic Mercury

Danksagungen: 17

  • Nachricht senden

7

Dienstag, 4. Januar 2022, 19:05

...gibt es vielleicht auch Erfahrungsberichte von Personen die andere Ansauggeräuschdämpfer am Rotax schon getestet haben ? Hat schon mal jemand den Freeline innen gekürzt, etc. ?



Fühlt sich gerade ein wenig so an, als ob ich mir umsonst die Finger wund getippt habe.

Danke für nichts...
To finish first, you have to finish first.

Kart2018

gepr.Mitglied

  • »Kart2018« ist männlich
  • »Kart2018« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 25. Dezember 2018

Herkunftsland: Deutschland

Danksagungen: 144

  • Nachricht senden

8

Dienstag, 4. Januar 2022, 19:31

...nein, Theorie ist super. Aber: hat jemand andere wie DD2 etc schon selbst probiert ?

januschi68789

gepr.Mitglied

  • »januschi68789« ist männlich

Registrierungsdatum: 13. Oktober 2021

Hobbys: kartfahren

Danksagungen: 6

  • Nachricht senden

9

Dienstag, 4. Januar 2022, 20:43

Ja ich!

Pilsluftfilter, habe ihn damit gar nicht zum laufen gebracht!

Iame ASG, das gleiche Spiel!

Standard wieder drauf gemacht läuft Top ;D

Es hat schon seinen Grund warum die BOX auf dem Max ist ;D

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Ragnar (05.01.2022)

Kart2018

gepr.Mitglied

  • »Kart2018« ist männlich
  • »Kart2018« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 25. Dezember 2018

Herkunftsland: Deutschland

Danksagungen: 144

  • Nachricht senden

10

Dienstag, 4. Januar 2022, 22:46

...janoschi das weiss ich ja, hatte Dir ja in Deinem Thread schon geschrieben, warum der Pilzluftfilter nicht funktionieren kann. Das ist hier ja auch durch Ragnar nochmals ausführlich dargestellt. Vielen Dank wirklich nochmals, so profitiert das Forum davon.

Auch alle anderen in "IAME" oder "100er" Form machen offenbar wenig Sinn. Die Frage richtet sich daher an Personen die den DD2 Luftfilter oder andere versuchten (mit Vergaserangleich), wobei die Form ähnlich ist. (Ansaugung gegen die Fahrtrichtung unter dem Resonanzgehäuse, welches oben am Vergaser anzuschließen ist. Alles andere scheint wenig erfolgversprechend.

Hat jemand mal den DD2 Luftfilter oder den Rotax Max Senior Evo Asg ausgelitert ?

PS: "Es hat schon seinen Grund warum die Box auf dem Rotax ist": Klar hat es den. Und wenn es nur daran liegt, dass dies reglementbedingt vorgegeben ist, kein anderer etwas ausprobiert hat oder Rotax sich schlichtweg freut seine eigene Airbox zu verkaufen anstelle mit anderen zu konkurrieren. Mit "es war schon immer so" kann es keine Innovationen geben. Deswegen ist der Tuningbereich leider auch so leer. Aber deswegen werde ich es ja ausprobieren und berichten wenn ich in den nächsten Monaten dazu komme. Für Anregungen und Erfahrungsberichte bin ich weiterhin dankbar. Einmal ganz abgesehen davon, dass das Kürzen des Schnorchels innen schon als Tuningmaßnahmen von diversen Personen beschrieben wurde. Mit anderen Worten der alte ASG durchaus Parameter hat mit welchen man innerhalb der Grenzen Lautstärke - Luftführung spielen kann. Selbst für den Rotax gibt es ja mit der alten und der neuen (evo) Airbox verschiedene Versionen....Auch wenn nur der Kühler anders angeströmt werden soll...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kart2018« (4. Januar 2022, 22:56)