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Kart2018

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Mittwoch, 22. April 2020, 21:57

es mag etwas kleinlich klingen, aber ich habe meine 4T und 2T Motoren bisher immer wie folgt eingefahren, nachdem ich lange die Foren durchstöbert habe. Habe bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht und halte nichts vom teilweise vertreten Hauruck einfahren:

Immer bei neuem Kolben, neuen Kurbelwellenlagern oder neuem Pleullager:

Einfahren, besser zu fett (rausgezogener Choke) als zu mager. NICHT bei Regen einfahren, weil Feuchtigkeit nicht gut für den Motor ist & Kart durchdrehen kann !!!
Kaum bremsen, Motor besser kurz rollen lassen, danach wieder von unten raus Gas geben (besser erst nach einer Kurve; Gas wegnehmen ABER AM BESTEN NIE GANZ VOM GAS RUNTER; Wechsellast¸ nie auf einer Drehzahl/Schieberstellung verharren). Idealerweise beim Gaswegnehmen den Luftfilter zuhalten. Öl checken.

Nach Rausfahren vor Ausschalten (bis der Motor alleine aus geht aber ca. max. 1 Minute) im Standgas ohne Choke laufen lassen; KEINE MAXIMALEN DREHZAHEN AUF DEN GERADEN !!!
Ein Fahren des Motors mit zu magerer Einstellung führt zu Überhitzen des Motors. Eine simple Methode die Motortemperatur zu prüfen besteht darin, ein paar Tropfen Wasser (Spucke) auf den Kühlkopf des Motors aufzubringen. Die Tropfen sollten erst nach etwa 3- 5 Sekunden verdampfen. Falls sie sofort zischend verdampfen, ist der Motor zu heiß

Betriebstemperatur beim 4T wichtiger als bei 2T, aber wenn 2T wie Rotax auch Getriebeöl hat, dann auch besser kurz unter 1 Minute warmlaufen lassen bevor unter Last einfahren. Besser auf Rennstrecke einfahren als auf Kartwagen.

MINUTEN = RUNDEN (wegen unterschiedlicher Länge der Rennstrecken)

Auf Rennstrecke
1. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
2. 5 Minuten langsam fahren mit Vollchoke, Wechsel zwischen 20 und 35 Prozent der maximalen Drehlast
3. 1 Minute mit Vollchoke, Wechsel zwischen 40 und 50 Prozent der maximalen Drehlast
4. 1 Minute langsam fahren ohne Choke, Wechsel zwischen 20 und 40 Prozent der maximalen Drehlast
5. Sichtprüfung durchführen. Öl prüfen.

MINDESTPAUSE 5-15 MINUTEN bis Abkühlung auf handwarm, Öl checken

Auf Rennstrecke:
6. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
7. 1-2 Minuten moderat warm fahren, wenn möglich mit Teilchoke, Wechsel bis 50 Prozent der maximalen Drehlast
8. 4 Minuten moderat fahren, wenn möglich ohne Choke, Wechsel zwischen 40 und 50 Prozent der maximalen Drehlast
9. 3 Minuten wenn möglich ohne Choke, Wechsel zwischen 40 und 60 Prozent der maximalen Drehlast
10. 1 Minute langsam fahren ohne Choke, Wechsel zwischen 20 und 40 Prozent der maximalen Drehlast
11. Sichtprüfung durchführen. Öl prüfen.

MINDESTPAUSE 5-15 MINUTEN bis Abkühlung auf handwarm, Öl checken

12. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
13. 3 Minuten moderat warmfahren ohne Choke, Wechsel bis 50 Prozent der maximalen Drehlast
14. 7 Minuten ohne Choke, Wechsel zwischen 40 und 60 Prozent der maximalen Drehlast; nur Halbgas aus Kurven
15. 5 Minuten ohne Choke, Wechsel zwischen 50 und 66 Prozent der maximalen Drehlast; nur Halbgas aus Kurven, Bremse etwas benutzen
16. 1 Minute langsam fahren ohne Choke, Wechsel zwischen 20 und 40 Prozent der maximalen Drehlast
17. Sichtprüfung durchführen. Öl prüfen.

MINDESTPAUSE 5-15 MINUTEN bis Abkühlung auf handwarm, Öl checken

18. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
19. 3 Minuten moderat warmfahren ohne Choke, Wechsel bis 50 Prozent der maximalen Drehlast
20. 4 Minuten ohne Choke, Wechsel zwischen 50 und 66 Prozent der maximalen Drehlast ; nur Halbgas aus Kurven), Bremse etwas benutzen.
21. 10 Minuten ohne Choke normal fahren, Wechsel zwischen 60-75 Prozent der maximalen Drehlast; NUR HALBGAS AUS DEN KURVEN HERAUS, auf Geraden nur unter ¾ Gas; ab jetzt immer Bremse NORMAL benutzen.
22. 1 Minute langsam fahren ohne Choke, Wechsel zwischen 20 und 40 Prozent der maximalen Drehlast, AM ANFANG kurz Luftfilter zuhalten

MINDESTPAUSE 5-15 MINUTEN bis Abkühlung auf handwarm, Öl checken

23. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
24. 3 Minuten moderat warmfahren ohne Choke, Wechsel bis 50 Prozent der maximalen Drehlast
25. 9 Minuten normal fahren ohne Choke; NUR AUS DEN KURVEN HERAUS VOLLGAS, auf Geraden unter ¾, Bremse NORMAL benutzen
26. 1 Minute langsam fahren ohne Choke, Wechsel zwischen 20 und 40 Prozent der maximalen Drehlast AM ANFANG kurz Luftfilter zuhalten

MINDESTPAUSE 5-15 MINUTEN bis Abkühlung auf handwarm, Öl checken

27. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
28. 3 Minuten moderat warmfahren ohne Choke, Wechsel zwischen 40 und 50 Prozent der maximalen Drehlast
29. 4 Minuten Vollgas ohne Choke, BREMSE normal benutzen.
30. 1 Minute langsam fahren ohne Choke, Wechsel zwischen 20 und 40 Prozent der maximalen Drehlast AM ANFANG kurz Luftfilter zuhalten
31. Öl ablassen und filtern, gegebenfalls auffüllen

MINDESTPAUSE je 5-15 MINUTEN bis Abkühlung auf handwarm

JETZT restlichen Renntag immer nur je 10 Minuten Fahrzeit,:
1. Max. 1 Minute Warmlaufen lassen im Standgas, wenn nötig mit Choke
2. 3 Runden moderat warmfahren ohne Choke
3. 3 Runden moderat fahren; Vollgas nur zur Beschleunigung
4. 3 Runden VOLLGAS, Bremse immer normal benutzen.
5. 3 Runden moderat

nach jedem Rausfahren schnell abschalten & Zündkerzenbild sowie Öl checken, auf handwarm abkühlen lassen !!!!!!!!!!!!

Motor dann am Ende Renntag fertig !!! Öl dann wechseln bzw. filtern.

Benzin zum Einfahren: Shell Racing

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Tiger74 (23.04.2020)

Deki#91

Administrator

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Motor: Rotax 125 MAX evo

Chassis: Birel S8

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12

Donnerstag, 23. April 2020, 14:36

Es geht mir hierbei NICHT um das übliche Prozedere (3x 10 min. mit wechselnden Intervallen bis zur Höchstdrehzahl usw.), sondern um die Zeit zwischen Starten und Fahren

Es heisst allgemein in der Mechanik: "Man soll einen Verbrennungsmotor ohne hohe Belastung möglichst rasch auf Betriebstemperatur bringen."

Das bedeutet dass man so rasch wie möglich nach dem Start wegfahren soll und auf den ersten Metern im Teillastbereich fahren soll.

Es geht dabei nur darum die einzelnen Bauteile möglichst materialschonend auf Betretriebstemperatur (=in den konstruierten Toleranzbereich) zu bringen.

Daher den Motor am Bock starten, sich vergewissern dass er gut läuft, nach ein paar leichten Gasstösen und nach ca. 1min raus auf die Bahn...

Lässt man den Motor lange am Bock (ohne oder zu geringer Last) tuckern dann brauchen die einzelnen Bauteile mehrere Minunten bis sie auf Betriebstemperatur sind. In diesem Zeitfenster ist (aufgrund suboptimaler Toleranzenbereiche wegen zu geringer Temperatur) ein erhöhter mechanischer Verschleiss im Motor zu beobachten.

Bei einem Motor der erst einlaufen soll, sollten sich die Bauteile umbedingt in dem Temperaturfester einlaufen in dem sie später betrieben werden.

Tiger74

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  • »Tiger74« ist der Autor dieses Themas

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Beruf: CNC-Fräser

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Hausbahn: Cheb, Mülsen

Motor: X 30 Super

Chassis: Birel

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13

Donnerstag, 23. April 2020, 21:29

Danke Euch!
Wieder was gelernt, ich werde mich nach Euren Tipps richten! :)
Kartfahren macht süchtig!

Osna96

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14

Montag, 27. April 2020, 22:30

Motor

Moin,
Also einfahren 2 x 10 oder 2x 15 irgendwie so da jeder seins.
Ich schmeiße meinen X30 immer vorher an und lasse ihn etwas hochdrehen und halte dann die Airbox zu, das er viel Spülung bekommt. Wenn er alles raus hat. Normal läuft und ab auf die Strecke. Ich fahre ohne Thermostat. Der Motor ist eigentlich in 2 Runden warm.
Bei Rennen sieht man immer Leute die ihren Motor 10 minuten warm laufen lassen und prügeln. Aber ohne Witz ne das ist ja an nem Renntag schon 40 min Motor warmlaufen lassen. Und wenn man jetzt von 7 bis 10 Stunden Intervall ausgeht. Uff da geht ordentlich was weg an Zeit.

frankyopc

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  • »frankyopc« ist männlich

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Motor: Rotax Max

Chassis: Goldkart Viper

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15

Dienstag, 28. April 2020, 12:13

Habe das nie verstanden wenn manchen das Ding auf dem Kartwagen 10 min immer wieder hochdrehen .

Deki#91

Administrator

Registrierungsdatum: 13. März 2011

Motor: Rotax 125 MAX evo

Chassis: Birel S8

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16

Dienstag, 28. April 2020, 13:41

Das gehört wohl zum Erscheinungsbild vom Old-School-Kart-Mechaniker dazu... es sieht halt gut aus, wenn man am Gas reisst, dabei mit der Hand die Zylindertemperatur checkt, dann noch ein prüfender Blick auf das Abgas 8)

Gut, ich verstehe dass man das Vergaser-Setup kurz checkt ob es grob passt und dabei voll aufreisst am Bock... aber Warmlaufen kann ich nicht nachvollziehen, weil selbst im Rennbetrieb wird man den Motor auf Temperatur in der Einlaufrunde bekommen.

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