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Kart2018

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Dienstag, 17. November 2020, 23:40

Formel zur Ermittlung eines maximal angemessenen Preises für Motoren

Hallo,


irgendwie schaut man doch öfter mal bei Ebay-Kleinanzeigen, Motorsportmarkt, etc., und stellt manchmal fest, dass dort bei Teilen manchmal Preisvorstellungen herrschen die angesichts der Neupreise kaum nachvollziehbar sind. D.h. welche die Neupreise fast erreichen.
Daher wollte ich hier mal eine "Formel" zur Ermittlung eines maximal angemessenen Preises für die Bewertung eines Durchschnittsmotors zur Diskussion stellen. Einfach als mögliche Hilfestellung für alle Kaufinteressenten, welche grobe Anhaltspunkte benötigen.


Ich komme dabei immer mehr zum Schluss, dass man keinesfalls mehr als (0,7 * Neupreis ohne Versand) - 900 € ausgeben sollte.


Warum ?


Ein neuer Motor ist die aktuellste Version (dh die Summe der Erfahrungen des Motorentwicklers) und nach meiner Ansicht eben mehr als ein gebrauchter, der nur revidiert ist. (Meistens sogar ohne Rechnung). Selbst mit Rechnung hat man meist keine Gewissheit über die tatsächlich gefahrenen Liter oder die Behandlung des Motors.
900 € ist ein guter Wert für eine Revision eines gebrauchten Motors inkl. eines Aufschlags für die Nerven des Abholens nach Kauf und Verbringens zu einer Kartwerkstatt, etc.


Entsprechend bedeutet dies z.B.


Rotax Max Senior Evo: (0,7 * 2.758,66 €) - 900 €) = gebraucht maximal ca. 1.000 € damit mit etwaiger Revision der Unterschied zum fabrikfrischen angemessen ist.




Oder wie seht ihr das ? Zu billig oder zu teuer ?
(die Formel bringt natürlich nichts, wenn man z.B. ohnehin eine andere Budgetgrenze hat und ist natürlich nur ein allgemeiner Näherungswert, etc.)

frankyopc

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Mittwoch, 18. November 2020, 06:50

Das ist wirklich sehr schwierig und das was angeboten wird ist oft überteuert . Man kann einfach nicht genau sagen ob die angaben stimmen.

Für viele ist auch schon neu revidiert wenn da ein neuer Kolben gesteckt wurde ....

NoseT

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Mittwoch, 18. November 2020, 08:31

Hi,

die Idee einer Formel ist sinnvoll, allerdings gibt es zu viele Parameter die dort reinspielen. Eine einfache Formel, wie du sie präsentiert hast, halte ich deswegen für nicht passend und auch nicht fair gegenüber denen, die verkaufen wollen.

Zwei Beispiele:
Hans hat sich seinen Rotax Max Senior EVO neu vom Händler vor einem Jahr gekauft. Er ist aufgrund Corona keine 3h mit dem Kart gefahren, möchte den Motor nun aber verkaufen. Nach deiner Rechnung wäre nun ein fairer Preis: 1000€....Hm, da stimm ich dir nicht zu.

Peter hat sich seinen Rotax Max Senior EVO vor 2 Jahren gekauft und ist insgesamt 53h damit gefahren. Nach 50h hat er eine komplette Revision bei Rotax machen lassen. Nach deiner Rechnung wäre auch hier ein fairer Preis: 1000€....Hm, da stimm ich dir auch nicht zu.

Das Spiel kann man jetzt immer weiter spielen mit unterschiedlichen Betriebsstunden. Der Preis bleibt immer gleich.

Folgende Parameter müssen meiner Meinung nach noch mit eingehen:
- Umfang (Nur Rumpfmotor, oder mehr)
- Baujahr
- Nachweisbarkeit des Service
- Vorbesitzer (Privatfahrer ohne Plan, Privaterfahrer mit technischer Karterfahrung, Rennteam)
- Glaubwürdigkeit (Typ ohne Ahnung mit wilden Behauptungen oder Rennteam)
- Kartmarkt (Aktuell eher Flaute, aber warum soll die Nachfrage in den nächsten Jahren nicht wieder steigen?)

Daraus entstehen dann so viele Varianten, dass die Formeln eh keiner nutzt. Und was bringt dir eine Formel, wenn zu dem Preis sowieso keiner seinen Motor abgibt?

Ich würde den Motorkauf ganz grob wie folgt zusammenfassen:
- Wenn möglich, Motor immer neu kaufen und den Händler des Vertrauens nach einem guten Angebot fragen
- Wenn gebraucht, dann Motor live im Detail begutachten (jemanden mitnehmen, wenn man selbst keine Ahnung hat)
- Sich am sonstigen Angebot orientieren
- Einen für beide fairen Preis aushandeln (Wenn das nicht möglich ist, würde ich ihn eh stehen lassen...)

Für Anmerkungen bin ich gerne offen.

Kart2018

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Mittwoch, 18. November 2020, 09:29

Vielen Dank für Deine Stellungnahme NoseT.

Selbstverständlich fußt eine marktgerechte bzw. faire Bewertung auf eine Vielzahl weiterer Kriterien. Verschiedene Varianten wie Zylinderversion ( bei Seven gab es vom L2 wohl über 15), etc.
Allerdings sollte nur eine Sicherheit für Käufer entwickelt werden, nicht die Findung eines marktgerechten Preises. Dies vor dem Hintergrund, dass (auch der Fachmann) den Motor nicht 100% einschätzen kann UND viele Anfänger einen echten Fachmann nicht zwingend zur Verfügung haben.

Es ging vielmehr darum eine Formel zu entwickeln bis zu welchem Preis man relativ bedenkenlos einen scheinbar funktionierenden Motor kaufen kann.
Je günstiger desto mehr theoretisches finanzielles Budget für unvorhergesehenes. Sicherlich geht dies auf Kosten der ehrlichen Verkäufer.

Aber die schwierige Frage ist immer die Obergrenze von "auf jeden Fall preiswert vor dem Hintergrund des Neupreises".

Wie gesagt, es geht aber nicht um eine Hilfe für den Verkäufer. Und wenn der zu dem Preis nicht verkaufen wird, dann verkauft der eben nicht an den Kunden. Sieht man ja auch bei den Anzeigen, dass einige sehr lange drinn bleiben. Offenbar weit nicht marktgerecht und erst recht nicht der Formel entsprechend.

Das Ziel ist vielmehr ja gerade so, dass der "einige Jahre alte Durchschnittsmotor" nicht zu teuer gekauft werden soll, damit ein Neueinsteiger möglichst lange Spass am Kartsport hat. Diese Preisgrenze zu finden ist bei der Vielzahl der Motoren(typen) schwierig, aber hierfür soll die Formel ja eine Hilfestellung geben. Das sicherste ist sicherlich der neue Motor, aber mit einem Motor entsprechend der Formel ist ein ausreichender Raum für unvorhergesehenes. Selbst wenn man daher dann die Revision macht / machen muss, ist der Gesamtpreis vor dem Hintergrund des Neupreises noch ok.

Ich habe selbst z.B. schon die Erfahrung gemacht, dass bei einem gebrauchten Motor nach kurzer Zeit ein Schaden am Kurbelgehäuse auftrat, etc., das hätte man nur beim kompletten Auseinanderbauen vor Ort oder einem Testtag auf der Rennstrecke vielleicht gemerkt. Kosten Revision dann 1.100 €. Oder z.B. das auf Ebaykleinanzeigen einer für seinen uralt Seven L5 (aber revidiert mit Rechnung vor 1,5 Jahr - wobei man auch ohne weiteres nicht weiss, wie und wieviel der wirklich gefahren ist) noch weit über 3.000 € wollte. Der wurde natürlich auch nicht verkauft.
Daher ist die Frage, ob man die Grenze verändern sollte ? Entweder die 0,7 oder die Kosten der Revision.

Ich halte die Formel derweil aber geeignet um einem Käufer ausreichende Sicherheit und Preisspielraum an die Hand zu geben. Wie gesagt, aus Käufersicht, damit dieser sich nach oben herantasten kann.

Deki#91

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Mittwoch, 18. November 2020, 11:11

Ich mag solche Formeln sehr, gute Idee.

Die Preisgestaltung vieler Gebrauchtverkäufe basiert auf einer kurzen Recherche im Internet. Ob die Preisgestaltung überhaupt realistisch ist macht sich kaum jemanden Gedanken drüber. Mit der Zeit schaukelt sich dadurch der Preis immer weiter nach oben und dann beobachtet man gebrauchte Angebote die nur wenige Euro günstiger angeboten werden als neue Ware.

Das die Formel keine Punktlandung sein kann ist klar, aber ein gewisses Risiko sollte sie rausnehmen.

Hier meine Ansatzpunkte:

Neupreis - Restwert = Berechnungsgrundlage

So ein Motor hat immer einen Restwert, egal wie alt er ist. Sagen wir 15% vom Neupreis.

Dann müssen wir erruieren welche Abschreibung so ein Motor aufweist, 10 Jahre ?

(Berechnungsgrundlage / 10 * Alter des Motors) - Berechnungsgrundlage = Preis nach Abschreibung

Dann sollte man noch Variablen einbeziehen wie Risiko einer bevorstehenden Revision. Wie hoch ist das Risiko das man einen gebrauchen komplett revidieren muss ? 2 von 10 ?

Dann z.B. -10% wenn keine Historie und Rechnung vorhanden ist. -5% wenn Motor vergrammelt aussieht, aber genau so +5% wenn Motor von aussen schon sehr gepflegt ist. Dann muss man über den Verkäufer auch ein Urteil abgeben (ein möchtegern Techniker oder eine ernste Person, oder ein Rennteam).

Damit sollte man das kapitale Risiko für sich selbst dann ermitteln können. Wenn mehrere Käufer das dann so handhaben wird es weniger utopische Gebrauchtpreise geben, ausserdem finde ich eine Preisverhandlung auf einer soliden und nachvollziehbaren mathematischen Grundlage schöner als mit Sprüchen wie "...habe billiger wo anderst gesehen".

Deki#91

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Mittwoch, 18. November 2020, 11:34

Da man sich bei online käufen wenig Eindruck über das Innere des Motors machen kann sollte man Punkte bachten wie:

- Wie sehen die Schraubenköpfe aus ?
- Ist das Motorgehäuse versifft ?
- Wie sieht der Kühler aus ?
- Kunststoffteile gepflegt ?
- etc.

Damit könnte man Punkt für Punkt sich ein systematisches Bild erstellen können.

Was noch wichtig ist wenn Motor belegbar durch Rechnung revidiert ist dass man das hochrechnet, usw.

wilk15

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Mittwoch, 18. November 2020, 14:08

Ich kann nur sagen Immer vor Ort anschauen und dann abwägen zwischen Preis und Risiko.

Selbst habe ich am Anfang sehr viel Lehrgeld bezahlt daher binn ich wenn es Finaziel möglich ist immer eher bei einem neuen Motor da weist du zwar auch nicht wie schnell er ist aber er die haltbarkeit ist mal gegeben.

Auf der anderen Seite habe ich im Moment ein 7h altes Exprit mit Rotax von einem Kunden da stehen und jeder meint er bekommt es geschenkt, und wenn ich mir dann zum Teil die Krücken anschaue die manche vergoldet haben wollen verstehe ich die Welt nicht mehr.

Daher sehe ich da nicht die notwendigkeit für eine Formel sondern eher ob ich dem Verkäufer trauen kann und es ihn eine Woche später auch noch gibt und er zu seinem Produkt steht.

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Pulle10 (19.11.2020)

Alex3103

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Mittwoch, 18. November 2020, 17:37

Ich sehe es auch schwierig eine Formel dafür aufzustellen. Jeder Motor ist anders, weshalb ein Fixpreis Abzug schon schwierig ist. 900€ bei einem Motor, der neu nur 2k kostet ist was anderes als bei einem, der über 3k kostet.

Dazu spielen neben den genannten Fakten für mich auch andere Dinge eine Rolle. Welche Historie der Motor zum Beispiel hat. Für Performance orientierte Fahrer sind erfolgreiche Motoren interessanter bzw. automatisch etwas mehr Wert. Von bekannten Fahrern oder falls dieser sogar abgestimmt wurde etc. Das ist zwar auch immer schwer nachzuweisen aber spielt dennoch eine Rolle. Das Alter, die Anzahl der Revisionen und optischer Zustand sind für mich entscheidend.

Und nochwas: Natürlich muss man als Käufer alle Aussagen des Verkäufers relativ sehen. Eine eigene Meinung bilden, ist immer besser...Aber ich wehre mich auch immer gegen die Pauschalaussage, dass der Verkäufer grundsätzlich lügt um eigenen Profit zu erzeugen ;)
Ich selbst würde zum Beispiel nie wissentlich etwas falsch deklarieren wie Laufzeiten des Motors etc. Da sage ich lieber, dass der Motor 17h gelaufen hat und lebe gut damit als zu behaupten, dass es erst 2h waren und versuche 100€ mehr zu kriegen (teilweise macht das eh nicht so viel aus) :)

Kart2018

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Mittwoch, 18. November 2020, 18:22

...die Frage der 900 € ist im Grunde wie wertsteigernd sich eine Revision im Verhältnis zum Neupreis auswirkt. Bei einem "günstigen" Motor (bezogen auf den Neupreis) heisst es nicht unbedingt, dass die Revision arg viel billiger ist.

Und bitte nicht vergessen: Es geht um eine kleine Pauschalentscheidungshilfe bei Kauf ohne großartige Kenntnisse und umfangreiches Öffnen des Motors.

Viele der (zu Recht) erwähnten Parameter: Vertrauen, Ehrlichkeit, etc., sind nicht offensichtlich für einen Käufer. Diese bleiben meist ein Bauchgefühl.

Kart2018

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Mittwoch, 18. November 2020, 18:24

...dies selbst bei Händlern, da viele dort den Versuch "Keine Gewährleistung, da Rennsportartikel" wagen (und einige Käufer dies wohl auch echt glauben)....