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Deki#91

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Sonntag, 17. Mai 2020, 11:55

Achshärte und Radsterne

Vielleicht kann mir jemand erklären wieso die HA Härte und Länge (1020 und 1040mm) als auch die länge der Radsterne einen Einfluss auf den Grip haben ?

Was spührt man mehr, die Härte der Achse oder die länge der Radsterne ?

Ich blicke da nicht 100% durch so dass ich es jemanden erklären könnte.

Ausserdem möchte ich mir endlich lange Radsterne für VA + HA als auch Hinterachsen in unterschiedlichen Härten kaufen. Jedoch würde ich vor dem Kauf das überblicken wollen so dass ich nicht mehr als 2 oder 3 Hinterachsen kaufe (sind nicht gerade billig die Teile).

Bei den Radsternen ist es einfacher, da gibt es nur kurze (95mm) und lange (115mm) für Birel.

Atom1kk

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2

Sonntag, 17. Mai 2020, 21:29

als erstes möchte ich fragen, was möchtest du damit erreichen? ich meine wozu der ganze aufwand?
Wie ein guter Bekannter sagte:" Wenn du Zeit und Geld hast, betreib Kartsport, dann hast du weder das Eine noch das Andere" :D

PSE

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3

Sonntag, 17. Mai 2020, 23:53

Hallo Deki,

es geht letztendlich nur um den Grad der Entlastung des kurveninneren Hinterrades in Abhängigkeit des Gripniveaus der Strecke.
Diese Entlastung ist u.a. abhängig von der Biegesteifigkeit der Hinterachste in Summe, also Achse, Radsterne und Felgen.
>> stärkere Durchbiegung = stärkere Entlastung, geringere Durchbiegung = geringere Entlastung.
Die Angaben von Härten in HV, Zugfestigkeiten, Streckgrenzen oder zusätzlich noch Bruchdehnungen in Bezug auf die Biegesteifigkeit kannst Du vergessen.
Die Durchbiegung hängt nur vom Widerstandsmoment, also vom Durchmesser und der Wandstärke (2 oder 2,5mm) der Achse und dem E-Modul ab,
der bei allen Achsenwerkstoffen bei ca. 210000N/mm² liegt - kleine Differenzen gibt es, die resultieren in der Durchbiegung im 1/100mm Bereich,
das merkt aber nicht einmal der feinfühligste Fahrer.
Wenn ein Hersteller schon Angaben über die Festigkeit, bzw. der Materialhärte macht, dann würde ich allein wg. der Dauerhaltbarkeit nicht die schlechteste nehmen,
soweit wenn man sich darauf verlassen kann...

Lange Radsterne erhöhen die Biegesteifigkeit der Achsstummel als zusätzliche Hülse stärker als kurze.
Radsterne und Felgen aus Alu haben einen doppelt so hohen E-Modul als Radsterne aus Magnesium, sind also biegesteifer.

Ich hoffe, Du blickst etz mehr durch...

Viele Grüße.

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4

Montag, 18. Mai 2020, 19:42

Ziemlich korrekt. Ich möchte aber ergänzen, dass wir bis zum Erbrechen mit wirklich fähigen Fahrern mit vollausgestatteten Messkarts Versuche gefahren und es gibt trotz der gleichen E-Module Unterschiede in der Durchbiegung der Achsen beim Fahren. Das haben wir mit mehreren DMS absolut zweifelsfrei nachweisen können. Meine Schlussfolgerung damals war, dass "bei der statischen Prüfung im Labor [...] die Rotation und damit umlaufende Belastung der Achse nicht mit einbezogen [wird]. Es handelt sich um eine Überlagerung von Biegekraft und Torsionsmoment. Diese Faktoren müssen also in der Praxis eine Änderung der dynamischen Federrate hervorrufen."

Das Zitat stammt aus meiner Thesis zu diesem Thema.
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5

Montag, 18. Mai 2020, 21:56

Schwieriges Thema, denn die Biegelinie der Hinterachse ist nicht symmetrisch und wird von der unsymmetrischen Steifigkeit und Verformung des Rahmens bestimmt,
auch sollten bei einer Messung mit DMS die Lasten bei Vergleichsfahrten einigermaßen konstant sein, was bei wechselnden Streckenverhältnissen, bzw. wechselnden Grippniveau der Strecke sehr schwierig ist.
Letztendlich bestimmen sehr viele Faktoren und vor allem die Konstanz des Fahrers die Qualität der Meßergebnisse.

Es soll sogar Fahrer geben, die entfernen die Dichtscheiben der Achslager, um die Achse "weicher" zu bekommen... wenn´s hilft...

Viele Grüße

Atom1kk

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6

Montag, 18. Mai 2020, 22:08

Dann hab ich nochmal einen interessanten punkt. Wie siehts mit den Distanzringen aus um die radsterne vom verrutschen zu hindern? Igh nutze welche aus plastik. Hab aber ehtlich nie probiert mal ohne. Meint ihr die beeinflussen die achse irgendwie
Wie ein guter Bekannter sagte:" Wenn du Zeit und Geld hast, betreib Kartsport, dann hast du weder das Eine noch das Andere" :D

Eisbär

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7

Dienstag, 19. Mai 2020, 13:09

Entschuldigt meine Unwissenheit - aber was ist DMS (klar, irgend ein Messystem muss es sein), und wie wird das in der Praxis angewendet? Rein interessenhalber. Dynamische berührungslose Biegemessung durch Veränderung von Abständen oder so ähnlich?

rolandw

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Dienstag, 19. Mai 2020, 13:22

DMS = Dehnmessstreifen

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Matt81 (19.05.2020)

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Dienstag, 19. Mai 2020, 13:44

Oh man, das Leben kann so einfach sein :D

PSE

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10

Dienstag, 19. Mai 2020, 19:47

Hallo Lars,

kurz die Funktionsweise erklärt:
Der Dehnmeßstreifen besteht aus einem Trägermaterial mit einer Metall- oder Halbleiterfolie und wird mit einem Spezialkleber z.B. auf die Achse aufgeklebt.
Bei einer Biegung der Achse oder auch Torsion, wird die Metallfolie gedehnt und gestaucht, woraus sich eine Änderung des Widerstandes ergibt.
Diese Widerstandsänderung wird gemessen und daraus wird die Dehnung, bzw. Stauchung des Bauteils errechnet, auf dem der DMS aufgeklebt ist.
Hat man die Dehnung, kann man über den besagten E-Modul des Bauteils (Achse) die mechanische Spannung an dieser Stelle ausrechnen.
Hat man die Spannung, kann man die Kraft ermitteln, die gewirkt hat.
Weil sich die Achse dreht, braucht man eine Telemetrieanlage, welche die Meßwerte vom Sender auf der Achse zum Empfänger überträgt.

Gruß,
Peter

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