Sie sind nicht angemeldet.

tell333

gepr.Mitglied

  • »tell333« ist männlich
  • »tell333« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 26. September 2014

Motor: TM KZ10

Danksagungen: 12

  • Nachricht senden

1

Freitag, 18. November 2016, 07:08

TM 144ccm Zylinder

Hallo zusammen

Ich bin im Internet per zufall über einen TM Zylinder gestolpert, welcher eine grössere Bohrung hat un den Hubraum auf 144ccm vergörssert.
Grösserer Kolben und Spezialbrennraumeinsatz sind ebenfalls dabei..
Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht?
würde mich sehr interessieren.

Vorallem wie es mit dem Leistungszuwachs und der Bedüsung aussieht?

Grüsse
tell333

PSE

gepr.Mitglied

  • »PSE« ist männlich

Registrierungsdatum: 16. September 2014

Beruf: Konstrukteur

Hobbys: Skifahren; Kart

Herkunftsland: Deutschland

Hausbahn: Wackersdorf

Danksagungen: 26

  • Nachricht senden

2

Freitag, 18. November 2016, 09:13

... hat nach meiner Rechnung nur 133ccm³ und Kanäle sind Standard.

Würde mich auch interessieren, ob die Kurbelwelle neu gewuchtet werden muss, wenn ggf. der Kolben schwerer ist

ludwig

gepr.Mitglied

  • »ludwig« ist männlich

Registrierungsdatum: 14. November 2008

Herkunftsland: A

Hausbahn: Graz

Motor: Modena

Chassis: CRG/ Carbonchassis

Danksagungen: 3

  • Nachricht senden

3

Freitag, 18. November 2016, 11:12

Hallo, vollkommen richtig,
der Hubraum beträgt lediglich 133 ccm. Da hat ein ganz "Schlauer" den Verbrennungsraum mitgerechnet

Tom

Forensponsor

Danksagungen: 76

  • Nachricht senden

4

Samstag, 19. November 2016, 10:25

Durch den schweren Kolben bekommst ne große Unwucht in den Kurbeltrieb.
Da musst ordentlich dagegen arbeiten.
Auf Quetschkante reagiert er empfindlicher genauso wie auf Zündzeitpunkt.
Aber fahren tut er ;)
Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht!

http://www.jr-racing.de

Deki#91

Administrator

Registrierungsdatum: 13. März 2011

Motor: TM & Rotax

Chassis: Birel

  • Nachricht senden

5

Samstag, 19. November 2016, 13:11

Wird das Zeitfenster des Zündzeitpunktes enger ? Sprich durch die grössere Umwucht des Kurbeltriebs muss man den optimalen Zündzeitpunkt genauer treffen, richtig ?

BB-K

Händler

  • »BB-K« ist männlich

Registrierungsdatum: 6. Mai 2007

Beruf: Ingenieur

Danksagungen: 75

  • Nachricht senden

6

Sonntag, 20. November 2016, 11:52

So würde ich das eher nicht sehen. Ist ja nach wie vor ein Kreisprozess. Rechnerisch ist die Bewegungsgleichung des Kolbens (Kolbenweg=f(Kurbelwinkel) eine cos-Funktion. Für den Zündzeitpunkt ist die mechanisch zugeführte Energie (Qzu), der Kraftstoff und die Position des Kolbens wichtig, nicht aber die Unwucht.
Vielmehr werden oftmals zwei Dinge verwechselt: Der Unterschied zwischen leichtem und schwerem Kurbeltrieb und dem Thema Wuchtfaktor Kurbelwelle. An den 2 Takt Kartmotoren gibt es keine Schwungmasse. Deren Massenträgheit hilft aber ungemein aus der ungleichförmigen Krafteinwirkung auf den Kolben eine gleichförmige Rotationsbewegung zu generieren, sorgt also für einen sanfteren Motorlauf, besonders in niedrigeren Drehzahlen. Für die Beschleunigung und genauso das Abbremsen des Kurbeltriebes sind aber größere Anteile der vorhandenen Kraftstoffenergie notwendig, sodass bei Überschreiten eines konstruktiv und reglementsabhängigen Mindestgewichtes die Spitzenleistung sinkt.
Der leichte Kurbeltrieb bremst sich leichter ab und dreht auch schneller wieder hoch, konstruktiv ist das aber schwierig darstellbar, da für die Lebensdauer der Bauteile ein Ausgleich der freien Massen notwendig ist. Das wiedeerum ist kaum darstellbar, da Massenausgleich einer oszillierenden Bewegung in einem rotierenden Bauteil ohne Ausgleichswelle schlichtweg unmöglich ist. Um den Motor doch so laufruhig wie möglich zu gestalten bedient man sich eines Kunstgriffes, da durch Einsetzen von Alu, Kupfer oder Wolframgewichten die Unwucht von der Vertikalen in die Horizontale umverlagert wird. Die Betragsmäßigen Kraftspitzen sinken, der Verlauf der Unwucht aufgetragen am Kurbelwinkel hat die Form einer Kardioiden und ist stark Drehzahlabhängig, zudem hat das System Resonanzen im Betriebsbereich (kritisch betriebener Motor). Das Thema Unwucht hat also wenig mit Leistung und Zündzeitpunkt zu tun und ist vielmehr der Fluch der möglichst simpel aufgebauten Verbrennungskraftmaschine.

Daher lache ich auch immer, wenn ein "fachkundiger" Händler seinen Kunden das wuchten der Kurbelwellle nach dem Pressen mitverkauft.
Ihr braucht Ersatzteile für Motoren? PN an mich.
Leistungsmessung und Abstimmungsarbeiten? PN an mich

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

CRGRacer94 (20.11.2016), Forester (06.04.2018)

Deki#91

Administrator

Registrierungsdatum: 13. März 2011

Motor: TM & Rotax

Chassis: Birel

  • Nachricht senden

7

Sonntag, 20. November 2016, 20:53

Mein Gedanke (nach dem Tom den Zündzeitpunkt erwähnt hat) war dass man mehr Energie benötigt um den (durch den grösseren Kolben) schwereren Kurbeltrieb anzutreiben. Daher ging mein Gedanke dahin das die Toleranz für den optimalen Zündzeitpunkt dadurch geringer wird (weil das Verhältnis der Gegenmasse der Kurbelwelle dadurch gestört wird). Liege ich hier grundlegend falsch oder richtig ?

Allgemein jetzt, wir passen das Gemisch (angenommen durch eventuell grösseren Vergaser das auch genug Volumen im Kurbelgehäuse ist), den Zündzeitpunkt, die Zündenergie und nehmen keine weiteren Änderungen am Motor und der Auspuffbirne vor. Wenn man den besagten grösseren Zylinder samt Kolben drauf schrauben würde (lassen wir jetzt das Layout der Überstromkanäle ausser betracht), ist davon auszugehen dass die Drehzahl sinken wird aber das Drehmoment wird sich erhöhen ?

Sprich man wird wohl kaum einen Leistungszuwachs in der Spitzenleistung haben aber eher im mittleren Bereich, richtig ?

PSE

gepr.Mitglied

  • »PSE« ist männlich

Registrierungsdatum: 16. September 2014

Beruf: Konstrukteur

Hobbys: Skifahren; Kart

Herkunftsland: Deutschland

Hausbahn: Wackersdorf

Danksagungen: 26

  • Nachricht senden

8

Sonntag, 20. November 2016, 23:31

... dazu fällt mir folgende Geschichte ein: Die Amis entwickelten für viele Mio Dollar einen Kugelschreiber für die Schwerelosigkeit und die Russen nahmen dafür einen Bleistift - langsam wird´s schon sehr abgehoben.
Erstmal gilt der Grundsatz: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr Hubraum (soll ja dafür noch größere Kolben geben...)
Wenn die Kolbenfläche größer ist, ist auch die Kolbenkraft größer, somit mehr Bums, ob´s aber die 10% mehr Hubraum rausreißen???
Wenn´s dazu noch ein "Light"-Kolben ist, könnte der gewichtsneutral sein, also plug and play.
Die Zündung macht eh was sie will, oder anders gesagt, wissen die meisten eh nicht, wo der tatsächliche Zündzeitpunkt ist.

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Luggi (21.11.2016)

BB-K

Händler

  • »BB-K« ist männlich

Registrierungsdatum: 6. Mai 2007

Beruf: Ingenieur

Danksagungen: 75

  • Nachricht senden

9

Montag, 21. November 2016, 08:48

Ehrlich gesagt denke ich du liegst da mit der Schlussfolgerung daneben. Die geometrische Verdichtung ist höher, damit enthält das Gemisch eine höhere mechanisch zugeführte Energie und die Zeit die es zum durchzünden braucht verringert sich. Dadurch ist die Toleranz beim Zündzeitpunkt enger…

Das Drehmoment wird sich ganz sicher erhöhen. Der größere Hubraum kann mehr Sprit verbrennen, was selbst bei identischen Rahmenbedingungen zu einer Mehrleistung führt. Das sind aber nur knapp 6,4% Hubraumzuwachs. Wenn wir davon ausgehen, dass der 125ccm annähernd optimal ausgelegt ist wird sich das Ganze zu nicht mehr ganz optimal verschieben. Im Endeffekt bleibt ohne aufwändige Prüfstandsabstimmung vielleicht die Hälfte davon als Leistung übrig.
Ihr braucht Ersatzteile für Motoren? PN an mich.
Leistungsmessung und Abstimmungsarbeiten? PN an mich

PSE

gepr.Mitglied

  • »PSE« ist männlich

Registrierungsdatum: 16. September 2014

Beruf: Konstrukteur

Hobbys: Skifahren; Kart

Herkunftsland: Deutschland

Hausbahn: Wackersdorf

Danksagungen: 26

  • Nachricht senden

10

Montag, 21. November 2016, 09:39

... bitte bedenke, dass wir von einem Drosselmotor mit max. 30er Durchlass sprechen.

Wie will man die Zündung so genau einstellen, wenn man sich nicht mal annähernd auf die Statormarkierung der Zündung verlassen kann,
so hab ich das gemeint.

Ähnliche Themen