Sie sind nicht angemeldet.

Eisbär

gepr.Mitglied

  • »Eisbär« ist männlich

Registrierungsdatum: 8. Juni 2014

Herkunftsland: D

Hausbahn: Oppenrod, Liedolsheim, Wittgenborn

Motor: TM KZ10b

Chassis: Intrepid

Danksagungen: 131

  • Nachricht senden

11

Dienstag, 26. Mai 2020, 15:55

Ob man eine Sicherung braucht frage ich mich auch jedes mal, aber ohne habe ich es noch nicht probiert.


Leider kann es passieren, dass man blöd angeschaut wird, wenn man an der Bahn mit dem Drehmomentschlüssel hantiert. Für meine Berufsgruppe ist das aber der Standart.

Das geht mir genauso und ist mir egal, wenn jemand mit dem Kopf schüttelt, wenn ich die Zündkerze und die Radmuttern mit Drehmoment anziehe.

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Matt81 (31.05.2020)

Duscht70

gepr.Mitglied

  • »Duscht70« ist männlich

Registrierungsdatum: 22. November 2017

Beruf: E-Techniker

Hobbys: Fahren ;-)

Herkunftsland: D

Hausbahn: Liedolsheim

Motor: Rotax DD2 Evo

Chassis: Praga Dragon

Danksagungen: 3

  • Nachricht senden

12

Dienstag, 26. Mai 2020, 16:13

Ich sag dann mal Danke an alle die Licht in den Muttern Dschungel gebracht haben. Hilft sicher auch anderen.

Deki#91

Administrator

Registrierungsdatum: 13. März 2011

Motor: Rotax 125 MAX evo

Chassis: Birel S8

  • Nachricht senden

13

Mittwoch, 27. Mai 2020, 10:44

@Eisbär: Und ich dachte ich bin der einzige im Kartsport der einen Drehmomentschlüssel verwendet. Ich habe alle wichtigen Schrauben einmal auf das richtige Drehmoment angezogen und anschliessend eine Markierung mittels Permanentmarker gemacht. Damit kann ich z.B. bei Radsternen diese auf der Strecke einfach wieder auf die Markierung zurück drehen und das passt. Zusätzlich sehe ich bei der Sichtkontrolle ob sich eine Schraube gelockert hat oder nicht.

Am genialsten finde ich die, die knallen die Radsterne (=weiches Material) immer mehr und mehr an, irgendwann knallen die es schon so fest an das sich der Schraubschlüssel samit 90kg Mechaniker dabei verbiegt und nicht verstehen wieso sie immer wieder Rad samt Radstern wärend der Fahrt verlieren... Kartsport hat halt viele Gesichter.

scene.

gepr.Mitglied

Registrierungsdatum: 11. August 2010

Motor: TM KZ 10b

Chassis: Intrepid Cruiser

Danksagungen: 21

  • Nachricht senden

14

Donnerstag, 28. Mai 2020, 14:25

Hallo Deki,

Hast du eine grobe Auflistung deiner Drehmomente?
Die Idee mit dem Marker ist ja richtig geil!

Ich kenne die ein oder andere Liste im Internet, aber ich glaube die Dehmonente unterscheiden sich von Alu zu Stahl zu Magnesium.


Durch den Marker braucht man keinen Drehmomentschlüssel mehr und hat immer das richtige Drehmoment. Ist eine gute Idee!

Deki#91

Administrator

Registrierungsdatum: 13. März 2011

Motor: Rotax 125 MAX evo

Chassis: Birel S8

  • Nachricht senden

15

Freitag, 29. Mai 2020, 00:52

Von Zeit zu Zeit muss man die Markierung aber nachprüfen, weil es zu Dehnung der Bauteile kommen kann.

Deswegen tendiere ich immer es nur so fest anzuschrauben wie nötig, das dauert halt dann immer einige Zeit bis man herausfindet wie viel genug ist. Das hängt aber auch damit zusammen das ich viele Bauteile am Kart öfters auf und abschraube.

- Motorklammern (Rotax Motor) 20Nm, allerdings bearbeite ich Motorbock-/klammern meistens damit sie exakt auf den Rahmen passen und somit ein spannen der Kette auch einfacher ist. Die meisten Klammern passen nicht und dann wird zu fest angezogen und das Rohr verbiegt sich in sich. Dann muss man immer extrem fest anknallen und jedes mal verschiebt es den Motor etwas und die Kettenspannung passt nicht exakt.

- Radmuttern (gequetschte selbstsichernde) bin ich bei 18Nm (drunter sollte man glaube ich nicht gehen), bei ungesicherten wird es sicherlich 24Nm werden.

- Kettenradaufnahme (zwei Schrauben) auf Hinterachse, 10Nm reichen bei mir aus.

- Radsterne auf Hinterachse bin ich beim aktuellen Chassis auf 14Nm, da war ich früher auf 18Nm ... ist etwas Bauart bedingt. Das sind aber Teile die sich gerne dehnen und dann wird immer fester und fester angeschraubt ohne das es was bringt. Die langen Radsterne die ich jetzt bekommen (=noch nicht getestet) habe, haben zwei Schrauben, glaube da kann man ein paar Nm weniger anziehen.

- Zündkerze 24Nm

Wenn ich eine Stahlschraube in Alu schraube dann ziehe ich immer 20% vom vorgeschrieben Drehmoment einer 8.8er Schraube (ca. 23Nm) ab, entspricht dann Anzugsdrehmoment einer 6.8er Schraube (ca. 18Nm).

Ich ziehe aber nicht alles mit Drehmoment an, Exzenter sind halt eine filigrane Sache oder vordere Radsterne brauchen auch etwas Axialspiel, usw.

Die Drehmomente bitte nicht einfach übernehmen, sondern Stück für Stück am eigenen Kart herantasten wie viel genug ist.

@briggsTwin: Stimmt ... die Anzugsdrehmomente haben ja einen tiefgründigen Hintergrund.

PSE

gepr.Mitglied

  • »PSE« ist männlich

Registrierungsdatum: 16. September 2014

Beruf: Konstrukteur

Hobbys: Skifahren; Kart

Herkunftsland: Deutschland

Hausbahn: Wackersdorf

Danksagungen: 55

  • Nachricht senden

16

Freitag, 29. Mai 2020, 20:00

Ich orientiere mich bei Standardverschraubungen der Festigkeit 8.8 generell an den Anziehdrehmomenten der VDI2230 (siehe Anlage).
Zur Selbsthemmung braucht man eine ausreichende Schraubenvorspannkraft und eine ausreichende Schraubendehnung.
Die Schraubenvorspannkraft bekommt man über das Anziehdrehmoment bei 90% Streckgrenzenauslastung und
die ausreichende Dehnung, wenn das Klemmlängenverhältnis Länge/Durchmesser ca. 4 beträgt.
Generell sollten die Schrauben deshalb möglichst nach den Tabellenwerten mit 90% Streckgrenze entsprechend der Festigkeitsklasse (in der Regel 8.8)
und dem gesamtreibwert µ=0,12 (trocken) angezogen werden.
Wenn das Einschraubgewinde niedrige Festigkeit hat (Alu) muß man bei gleichem Drehmoment die Einschraubtiefe prüfen und ggf. erhöhen (ca. 2x d).
Wenn der Schraubenkopf auf Alu aufliegt, muß man bei gleichem Drehmoment eine Scheibe unterlegen, damit die Flächenpressung nicht zu hoch wird.
Bei Hinterachsnaben mit einer Schraube werden auch mal 10.9er Schrauben verwendet.
Hier sind die Herstellervorgaben dringend einzuhalten, damit man ggf. nicht übertreibt, aber auch nicht zu lasch anzieht.
Auch sollten 10.9er Schrauben wg. Gefahr der Wasserstoffversprödung nur von einem qualifizierten Hersteller verwendet werden.
Klemmmuttern haben eine höhere Gewindereibung und werden in der Regel mit etwas mehr Drehmoment angezogen.
Ich würde jedem empfehlen, Schrauben mal mit einem Drehmomentschlüssel anzuziehen, damit man das im Gefühl hat.
»PSE« hat folgende Datei angehängt:

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Eisbär (30.05.2020), Kurvenflitzer (30.05.2020), Matt81 (31.05.2020)

Eisbär

gepr.Mitglied

  • »Eisbär« ist männlich

Registrierungsdatum: 8. Juni 2014

Herkunftsland: D

Hausbahn: Oppenrod, Liedolsheim, Wittgenborn

Motor: TM KZ10b

Chassis: Intrepid

Danksagungen: 131

  • Nachricht senden

17

Samstag, 30. Mai 2020, 09:44

@PSE - Danke! Freue mich immer über ausfühliche Erläuterungen fürs Hintergrundwissen.
@Deki - Ich messe (bzw. habe gemessen, da kein Rotax mehr im Haus) meine Schraubenlängen immer mit dem Tiefenmaß aus und gehe auf die max. mögliche Gewindelänge, um möglichst viel "Fleisch" auszunutzen.

Ist zwar langsam weit vom ursprünglichen Thema entfertn, aber gefällt mir richtig gut 8)

scene.

gepr.Mitglied

Registrierungsdatum: 11. August 2010

Motor: TM KZ 10b

Chassis: Intrepid Cruiser

Danksagungen: 21

  • Nachricht senden

18

Samstag, 30. Mai 2020, 21:34

Ich bedanke mich auch! Ich setze mich nächste Woche mal an die Umsetzung.

briggsTwin

gepr.Mitglied

  • »briggsTwin« ist männlich

Registrierungsdatum: 26. August 2019

Beruf: Dipl.-Ing. Maschinenbau

Hobbys: Maschinenbau ...

Herkunftsland: Deutschland

Motor: Briggs V-Twin

Chassis: CMP

Danksagungen: 6

  • Nachricht senden

19

Donnerstag, 4. Juni 2020, 13:56

vordere Radsterne brauchen auch etwas Axialspiel, usw.


Ich dachte immer, man wählt die Kombination aus Achslänge und Distanzscheiben so, dass man die Mutter festziehen kann und trotzdem z.B. 2/10 Spiel hat ...

Das setzt natürlich entsprechend abgestufte Distanzscheiben voraus.

Deki#91

Administrator

Registrierungsdatum: 13. März 2011

Motor: Rotax 125 MAX evo

Chassis: Birel S8

  • Nachricht senden

20

Donnerstag, 4. Juni 2020, 15:32

0,2mm ? Ich stelle das noch strenger ein, habe letzens gemessen das sind gerade mal 0,08mm ... ich stelle das Spiel aber nach Gefühl, drehe immer so fest zusammen bis kein Spiel spühbar ist und dann ca. 1/8 Umdrehung zurück.

Ich beziehe mich aber auf Birel KZ Chassis, also mit VA Bremse.

Ah, zu den Muttern mit Flansch, ich habe in meiner Lade welche von Prespo gefunden, siehe Link:

https://www.prespo.de/schrauben-und-mutt…er-flansch.html

Die passen perfekt auch auf die "alten" Felgen, siehe Foto, glaube das ist die beste Lösung.
»Deki#91« hat folgende Datei angehängt:
  • schraube.jpeg (53,5 kB - 24 mal heruntergeladen - zuletzt: 13. Juni 2020, 04:59)

Ähnliche Themen